München/Coburg. Der Coburger Egon Griebel wurde im Max-Joseph-Saal der Residenz München für sein unermüdliches Engagement im Rahmen der Selbsthilfegruppe für Arm- und Beinamputierte Bayern e.V. von der Bayerischen Staatsregierung mit der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste geehrt. Christa Stewens, Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, überreichte die hohe Auszeichnung. Neben Egon Griebel wurden drei weitere Oberfranken und die Landesmutter Karin Stoiber für ihr vorbildliches soziales Wirken bedacht. Staatsministerin Christa Stewens sprach dem Coburger Egon Griebel ihre höchste Anerkennung sowie herzlichen Dank aus und überreichte ihm die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste. „Ein Staat, der versucht, alles zu richten, stößt schnell an seine Grenzen“, so die Ministerin. „Deshalb brauchen wir ein Mehr an Eigenverantwortung und ebenso die Stärkung der privaten Verantwortung und auch des Engagements für sozial Schwächere“. Diesem Mehr an Verantwortung kommt Egon Griebel in vorbildlicher Weise nach. Bei der Feierstunde im Max-Joseph-Saal der Residenz in München standen diejenigen im Vordergrund, die sonst im Verborgenen Gutes tun. Bescheiden hält Griebel seinen Stolz auf die durch ihn initiierte Selbsthilfegruppe für Arm- und Beinamputierte Bayern e.V. zurück: „Ich freue mich über diese Auszeichnung, aber mit dieser Art von Öffentlichkeit fühle ich mich gar nicht wohl wobei sie uns hilft, unsere Botschaft ein Stück weiter zu streuen, so dass noch mehr Betroffene auf uns aufmerksam werden“. Selbsthilfegruppe für Arm- und Beinamputierte Egon Griebel verlor beide Beine im Alter von 22 Jahren durch einen Arbeitsunfall bei der Bahn. Er stürzte auf die Gleise, worauf ihn ein Zug mit 7 Wagen überrollte. Mit zwei Prothesen steht er heute wieder fest im Leben und setzt sich für die Belange von Menschen mit Arm- oder Beinamputation ein. Als Mitbegründer und 1. Vorsitzender der Selbsthilfegruppe für Arm- und Beinamputierte Bayern e.V. mit Sitz in Coburg hat Egon Griebel seit dem Jahr 2000 inzwischen 70 aktive Mitglieder zusammengeführt. „In der Selbsthilfegruppe unterstützen sich die Betroffenen gegenseitig bei der Bewältigung Ihres Schicksals, informieren und motivieren einander. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Arm- oder Beinamputationen Orientierung, Halt, Zuversicht und neuen Lebenswillen zu geben“, fasst Egon Griebel die Aufgabe der Selbsthilfegruppe zusammen. Beispielhaftes vielseitiges Engagement Neben der Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen und Informationen für Betroffene und deren Angehörige ermöglicht Egon Griebel mit seiner Selbsthilfegruppe Besucherdienste in den Krankenhäusern, Begleitung bei Behördengängen und zu Untersuchungen des medizinischen Dienstes sowie Aufklärungsarbeit, zum Beispiel auch bei Krankenkassen. Er führt Haus- sowie Krankenbesuche durch und leistet wichtige psychologische Unterstützung vor und nach Amputationen sowie in Notsituationen. Sein beispielhaftes Engagement reicht bis hin zur Sterbebegleitung. Er bietet zudem regelmäßige Beratungsstunden in der Reha-Klinik Bad Staffelstein an. Weiter bringt er sich maßgeblich als Vertreter der Coburger Selbsthilfegruppe im Selbsthilfebeirat ein. Außerdem ist er Teilnehmer am „Runden Tisch der Krankenkasse zu finanziellen Förderung der Selbsthilfegruppen Coburg“. Egon Griebel initiiert zudem Gehschulungen und Spendensammlungen, betreibt Öffentlichkeitsarbeit auf Messen und in Kliniken. Er lädt Ärzte, Pfleger, Fachkräfte aus Sanitätshäusern und Hersteller von Prothesen zu Vorträgen ein. |