Engagement für Leidensgenossen
13.11.09 Von: Katrin Geyer
Engagement Frank Herold aus Mainleus (Landkreis Kulmbach) gehört dem Präsidium des neuen Bundesverbandes für Menschen mit Arm- oder Beinamputation an. Erst vor zwei Jahren hat der 38-Jährige eine eigene Selbsthilfegruppe für die Region gegründet.  Frank Herold. Foto: Archiv
20 Selbsthilfegruppen aus ganz Deutschland sowie eine Reihe von interessierten Einzelpersonen gehören dem neuen Bundesverband an, der in Düsseldorf gegründet
wurde und sich als Interessenvertretung von Menschen mit Arm- und Beinamputation sieht. Insgesamt hat der Verband derzeit 63 Mitglieder. Präsident ist Dieter Jüptner aus Nürtingen, Vizepräsident Detlef Sonnenberg.
Der Bundesverband tritt ein für die Verbesserung der prothetischen Versorgung von Menschen mit Arm- oder Beinamputation, die Verbesserung der beruflichen und sozialen Rehabilitation nach Amputationen und die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Arm- oder Beinamputation. Ein Schwerpunkt wird die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit in Bund und Ländern sein.
Der Bundesverband wird den Aufbau von regionalen Selbsthilfegruppen unterstützen und fördern sowie Kontakte von Menschen mit Arm- oder Beinamputation untereinander vermitteln. Er wird mit niedergelassenen Ärzten, Kliniken, Therapeuten, orthopädischen Fachbetrieben und Herstellern von Hilfs- und Heilmitteln als auch Kostenträgern, Behörden und politischen Gremien zusammenarbeiten.
Zum weiteren Aufgabenbereich zählen Informationsangebote im Internet für Menschen mit Arm- oder Beinamputation, deren Angehörige und die breite Öffentlichkeit und die Unterstützung regionaler Selbsthilfegruppen beim beim Aufbau und bei der Qualifizierung der Gruppenleiter.
In Kulmbach aktiv
In Kulmbach gibt es eine solche Selbsthilfegruppe seit 2007. Gegründet hat sie Frank Herold, heute 38 Jahre alt und Vater von vier Töchtern. Im Jahr 2000 musste dem gelernten Schlosser nach einem Arbeitsunfall der linke Unterschenkel amputiert werden.Welch gravierender Einschnitt so ein Ereignis ist, erlebte Herold am eigenen Leibe. Die Probleme, die zu bewältigen waren, waren nicht nur medizinischer Natur. Hilfe und Unterstützung fand der Mainleuser damals bei einer Selbsthilfegruppe in Coburg. Die guten Erfahrungen, die er dort machte, bewogen ihn dazu, im Jahr 2007 selbst eine solche Gruppe für den Raum Kulmbach/Bayreuth ins Leben zu rufen. |